Zauberei und Kinder bei Zaubershows:

Egal ob Sie in Augsburg, Nürnberg, München oder Zürich eine Zaubershow sehen – ob der Anlass eine Hochzeit, ein Geburtstag oder eine Weihnachtsfeier ist – der Künstler trägt natürlich die Verantwortung.
Die magische Show – unabhängig ob Close Up oder grosse Bühnenecent soll etwas Besonderes sein, dadurch fühlen sich die Zuschauer nämlich auch als Teil von etwas Besonderem. Und natürlich wie der gute Goethe schon wusste ist das Staunen eines der grössten Vergnügen der Menschen. Und Lachen tun wir natürlich auch alle gern – es schafft Brücken, macht Spass und ist auch gesund für Körper und Seele.
Einige Vorraussetzungen sollten aber erfüllt sein – denn auch der beste Koch kann maximal improvisieren wenn man Ihm entscheidende Materialien vorenthält. Und Improvisation ist meist nicht professionell und kann schnell nach hinten losgehen.
Was gilt also für den Veranstalter zu beachten wenn Kinder im Publikum die Zaubershow mitverfolgen?
Die schönsten Momente bei meinen Zaubershows waren mit Kinder – die anstrengensten allerdings auch :-)
Generell gilt: Kinder unter 5 Jahren interessieren sich nicht für Zauberei. Sie können diese Kunssstücke und Unmöglichkeiten einfach noch nicht erfassen. Es gibt wenige gute Vorführungen für 4 bis 5 jährige Kinder – aber die sind dann meist für ältere Kinder und erwachsene Zuschauer nicht so interessant.
Sie kennen die Situation vieleicht ? Auf der Bühne sitzen die Kleinen – haben Spass, toben, schreien auch mal, rennen, fallen wieder hin ect. – unbekümmert wie Kinder eben sind (Gott sei Dank).                                                                        ABER plötzlich die Ansage des Veranstalters/ Gastgebers: „Wir präsentieren den Zauberkünstler Chris Hill – viel Spass“. Gespannt schauen die Kleinen zu. Ab und zu mal ein „ich weiss wie es geht“ oder „kenn ich schon“ – das ist das tolle bei den jungen Menschen – die sagen noch was Sie denken. Schade das Sie diese Eigenschaften meist verlieren wenn Sie älter werden. Soweit so gut – nur leider kommt es zum Beispiel immer wieder vor das Babys auf die Bühne krabbeln – klar warum soll jetzt aufeinmal der Magier da vorne die ganze Aufmerksamkeit einheimsen! Manche Eltern lehnen sich da aber entspannt zurück und denken sich wahrscheinlich:“Na mal schauen wie der Zauberkünstler das jetzt löst“:-)
Vieleicht finden diese es auch amüsant oder es ist Ihnen peinlich vor den Blicken aller Gäste Ihren „kleinen, süßen Terroristen“ :-) abzuholen. Der Ausdruck „kleiner Terrorist“ ist natürlich nicht ernst gemeint und doch hat dieser Begriff ein Kellner eines 5 Sterne Hotels in dem ich aufgetreten bin mehrmals benutzt und ich musste schmunzeln…
Auf jeden Fall sind in diesen Momenten die Eltern manchmal wie vom Erdboden verschluckt. Sehr schade – denn wie ich fast immer nach solchen Erlebnissen höre – ärgern sich natürlich die anderen Zuschauer. Zumal ein Profizauberer mehr Gage nimmt wie ein Babysitter. Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen es ist eine anspruchsvolle Aufgabe während man eine Bowlinkugel aus dem Nichts erscheinen lässt, Gedanken ließt und die Schwerkraft aufhebt auch noch Kinder in Schach zu halten. Leider gilt auch hier: Der Entertainer trägt die volle Verantwortung!!! Wenn das Kind den Tisch umwirft (einem Zauberfreund ist das passiert) ist die Zaubershow und meistens auch der Tisch mindestens beschädigt – wenn auch in diesem Fall die Eltern sich dann doch herablassen mal nach dem Junior zu sehen (der wollte ja nur mal schauen und was stellt der Zauberer sein Zeug auch auf der Bühne ab – ausserdem sind die süßen Kleinen halt neugierig).
Das ist natürlich ein Extremfall aber leider keine kommt es vor (mir passiert sowas natürlich nie…).                            Auch das Kids die alles anfassen, in die Garderobe des Künstlers auf Entdeckungsreise gehen, in die Sakkotaschen greifen während der Tischzauberei – kommt alles vor….regelmäßig. Wenn Sie einen Künstler engagieren und        Kinder – die Ihre Eltern fest im Griff haben (leider nicht umgekehrt) sorgen Sie bitte dafür das diese weder dem Koch noch dem Zauberer die Suppe versalzen – im eigenen Interesse und dem der Kinder. Natürlich können diese nichts dafür – sie toben, schaukeln sich gegenseitig hoch und übertreten Grenzen. Und doch gilt: „Es gibt keine problematischen Kinder – nur problematische Eltern“.

Ich hoffe Sie verzeihen mir die leichte Zynik. Allerdings hab ich mir – genau wie die Kinder – nicht nur den Glauben an Magie und Zauberei bewahrt. Sondern auch das auszusprechen was ich denke…meistens jedenfalls…

Einen zauberhaften Tag,

Ihr

Ihr Chris Hill